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22 August 2016

Kann man eine Geschichte mit Emojis erzählen?

Posted in August 2016

Der Schriftsteller Vladimir Nabokov wünschte sich schon 1969 ein typografisches Zeichen für ein Lächeln. Etwa 13 Jahre später wurde dieser Wunsch erfüllt, auch wenn Nabokov das leider nicht mehr erlebt hat. Im September 1982 schlug der Informatiker Scott Fahlmann vor, ein :-) in Texten zu verwenden, um einen Scherz zu kennzeichnen. Er war die vielen Diskussionen leid, die entstehen, wenn jemand im Netz einen Scherz oder Ironie missversteht.

Das :-) verbreitete sich über das Arpanet, dem damaligen Vorläufer des Internet. So machte das erste Emoticon Karriere, auch wenn die Idee eigentlich schon viel älter ist. Das zeigen die Experimente, die Schriftsetzer bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Satzzeichen gemacht haben.

Ende der 1990er-Jahre wurden dann Emojis in Japan entwickelt, die diese Zeichen als comic-artige Symbole darstellten. Sie waren noch klein und einfarbig, weil die damaligen Mobiltelefone noch nicht mehr darstellen konnten. Heute sind Emojis bunt und poppig, und sie sind aus der schnellen Kommunikation auf WhatsApp und in Social Media nicht mehr wegzudenken.  
Mittlerweile sind über 1.000 Emojis entwickelt worden, so dass man damit nicht nur einzelne Emotionen ausdrücken, sondern ganze Geschichten erzählen kann.

Das große Experiment: Romane aus Emojis

Wie groß kann eine Geschichte aus Emojis denn sein? Nun, Fred Benenson hat den Roman 'Moby Dick' in Emojis übersetzt. 'Emoji Dick' wurde mit Hilfe von 800 Mitarbeitern erstellt, die der amerikanische Daten-Ingenieur über Amazon Mechanical Turk rekrutierte.
Ein ehrgeiziges Projekt, und ein interessantes Experiment, finde ich. Der berühmte erste Satz von Moby Dick ("Nennt mich Isamael") in Emoji zeigt aber schon, dass der Text nicht wirklich lesbar ist. Die ersten beiden Emojis sind aus dem englischen "call me" übersetzt worden, es ist ein Telefon und ein Gesicht. Im Deutschen bedeuten das aber "ruf mich an", anstatt "nennt mich". Und was die letzten drei Symbole (ein Segelboot, ein Wal und ein Handzeichen) mit dem Namen Ismael zu tun haben, ist für mich leider nicht nachvollziehbar. 
Der Übersetzer Benenson sagt selbst, dass "ein Großteil des Buches keinerlei Sinn" ergibt, aber er wollte sehen, ob man eine ganze Geschichte damit erzählen kann. Daher suchte er sich ein Buch, bei dem es kein Problem mit Rechten geben würde und das einen möglichst großen Gegensatz zu den Emojis darstellt, also klassische Weltliteratur. 

'Emoji Dick' ist übrigens nicht der erste Emoji-Roman. Schon 2014 erschien das 'Book from the Ground' des chinesischen Künstlers Xu Bing. Diese Geschichte erzählt einen Tag im Leben eines ganz normalen, städtischen Angestellten (ein Verweis auf James Joyces 'Ulysses'?).

Xu Bing hat sieben Jahre an diesem Projekt gearbeitet, weil er fasziniert von der Möglichkeit war, einen Roman zu schreiben, der für jeden Menschen verständlich ist; egal, welche Muttersprache. Diese Faszination der universellen Sprache kann ich nachvollziehen, aber lesen kann ich sein Buch leider auch nicht. Die Textprobe zeigt, dass Lesen im klassischen Sinn hier nicht funktioniert. 

Oft bin ich auf Vermutungen und Interpretationen angewiesen, weil viele der Symbole keine klar definierte Bedeutung haben bzw. weil ich die Bedeutung nicht kenne. Ich müsste Emoji als Sprache lernen, aber das setzt voraus, dass es eine bestimmte Bedeutung gibt. Und wer sollte die festlegen? 
Emojipedia macht das (http://emojipedia.org), habe ich festgestellt. Dort werden aktuell 1.394 einzelne Zeichen und 22 Sequenzen erklärt. So könnte ich also Emoji lernen und dann in einem sozialen Netzwerk anwenden, wo ausschließlich mit Emojis kommuniziert wird (http://emojicate.com).

Das wäre etwa so wie der Spanisch-Basis-Kurs und danach die Konversations-Gruppe. Aber Emojis sind nicht dazu da, um gelernt zu werden wie eine Fremdsprache. Sie wurden entwickelt, um intuitiv verstanden zu werden und jenseits von Sprache zu funktionieren. 
Es sind Gewürze für die Online-Kommunikation, und ich würde aus Gewürzen kein 5-Gänge-Menu machen – auch wenn ich es für ein interessantes Experiment halte.

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