Wie ein Engländer Deutsch retten will

Sprache

14 August 2014

Wie ein Engländer die deutsche Sprache vor Anglizismen rettet

Posted in August 2014

Fast erscheint es wie britischer Humor, dass ausgerechnet ein Engländer die deutsche Sprache vor Anglizismen retten will. Doch Adam Fletcher meint es ernst. Der Brite, der seit Jahren in Berlin lebt, mag die deutsche Sprache. Er mag Worte wie "Eselsbrücke" und "Ohrwurm" sogar so sehr, dass er sie ins Englische importieren möchte. Aber das ist ein anderes Projekt.

Das Projekt 'Deutsch retten' begann damit, dass Adam Fletcher eine Wette verloren hatte und 100 Stunden deutsches Fernsehen schauen musste. "Ich war echt geschockt, wie viel überflüssiges Englisch darin vorkommt" sagt er. Und beschloss, den Deutschen klarzumachen, wie schön ihre Sprache ist und dass sie Anglizismen gar nicht brauchen.

 

Auf der Internetseite deutschretten.com macht er konkrete Vorschläge, wie Anglizismen durch deutsche Worte ersetzt werden können. Man braucht nur auf den englischen Begriff zu klicken, schon erscheint das deutsche Wort.

mystery shopper    Testkäufer

publick viewing      Rudelgucken

Shitstorm              Empörungswelle

Couch Potatoe        Faulenzer

Multiple choice       Ankreuztest

Die eigentliche Schwierigkeit liegt natürlich darin, die guten Vorschläge den Deutschen auf die Zunge zu legen. Viele englische Begriffe haben sich im Deutschen schon eingebürgert, und dies ist schwer wieder rückgängig zu machen. Adam Fletcher weiß das, also haben er und sein Mit-Autor Paul Hawkins sich die Sache mit der Adoption ausgedacht.

Auf der Website kann man deutsche Worte adoptieren, die man besonders mag und in Zukunft anstelle des englischen Begriffes verwendet. Laufen statt joggen, zum Beispiel, Internetseite statt Website oder Gestaltung statt Design. Bisher haben sich über 20.000 Adoptiv-Eltern gefunden, die ein solches Wort wieder in ihren Wortschatz aufgenommen haben, um es künftig zu hegen und zu pflegen.