Freie Arbeiten

Freie Arbeiten

Das musste mal gesagt werden - freie Arbeiten

Manchmal schreibe ich etwas, das in keine Schublade passt und auch von niemandem bezahlt wird. Aber ich muss es tun, weil es a) solchen Spaß macht oder b) einfach mal gesagt werden muss.

 

 

Büroklammergeschichte

Das ist die Geschichte von der Büroklammer, die arbeitslos wurde, weil das Papier aus den Büros verschwand. Alles wurde digital, es gab immer mehr papierlose Büros und schließlich hatte die Büroklammer nichts mehr zu tun.

Der Berater im Jobcenter empfah ihr, flexibel zu sein; so wie viele ihrer Kollegen, die heute als Aushilfe in kaputten Reißverschlüssen oder Büstenhaltern tätig waren. Nur jede zehnte Büroklammer arbeitet heute noch in ihrem ursprünglichen Job, betonte der Berater.

OK, sie versuchte es. Sie verdingte sich als Aufhängung für Infusionen bei Ärzten und Sanitätern. Sie arbeitete in Autowerkstätten, wo sie von Mechanikern bei ABS-Tests verwendet wurde. Und wenn gerade keine Tests zu machen waren, wurde sie zum Putzer verstopfter Vergaserdüsen benutzt. Es war dreckige und undankbare Arbeit, sehr unbefriedigend. Das war nichts für sie, eine Büroklammer war nun mal für Büroarbeit geschaffen.

Sie nahm sich eine Auszeit, um sich zu erholen und über ihre berufliche Neuausrichtung nachzudenken. Eine Weile tat sie nichts, aber das bekam ihr gar nicht gut. Es war nicht das Geld, das ihr fehlte. Als Büroklammer brauchte sie ja nicht viel. Nein, es ging vielmehr um das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Vermisste sie jemand; jetzt, wo sie weg vom Fenster war? Bemerkte es überhaupt irgendjemand?!

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Satire: reich & sexy

Das habe ich für einen Freund geschrieben; einen Fotografen, der immer davon träumte, eines Tages reich und sexy zu sein. Er hat aber nicht nur davon geträumt, sondern auch davon gesprochen, und zwar ziemlich oft. Irgendwann konnte ich es nicht mehr hören und habe eine Gebrauchsanweisung zum Reich-und-sexy-werden geschrieben. ‚Entweder er wird es jetzt’, dachte ich, ‚oder er wird nie wieder davon sprechen‘.

Er hat tatsächlich lange nicht davon gesprochen, weil er nämlich beleidigt war. Das hat er mir später erzählt, wir sind immer noch befreundet. Ob er nun reich und sexy geworden ist ... nun, er ist gut im Geschäft, er ist verheiratet und hat Kinder. So wie Brad Pitt auch.

OK, aber nun zur Sache. Sind Sie ein Mann?
(Falls nicht, müssen wir Sie bitten, die Ausgabe für Frauen zu lesen, wenn Sie Ihr weibliches Selbstwertgefühl nicht gefährden wollen.) Gut, Sie sind also ein Mann. Und Sie wollen reich werden. Nein, Sie wollen reich und sexy werden. Hier greift bereits die erste Grundregel, die Ihren Plan wesentlich vereinfacht:

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Songtext: 50 ways to love your liver

Durch einen Schreibfehler wurde "50 ways to leave your lover" von Paul Simon bei mir zu "50 ways to love your liver". 'Auch schön', dachte ich, ' "50 ways to love your liver" ist ein Trinklied. Da müsste man natürlich den Text ein bißchen umschreiben. Mal sehen, ob das funktioniert ...'  

The problem is all inside your head, he said to me.
Let’s have a drink and I am sure you will agree.
I'm going to help you in your struggle to be free
'Cause there are 50 ways to love your liver.

He said it’s really not my habit to seduce
and furthermore it doesn’t mean that I will try to get you juiced,
but I repeat myself at the risk of being deuce:
There must be 50 ways to love your liver,
50 ways to love your liver:

A bottle of wine, Brian. Tequila and salt, Walt.
A shot of Gin, Lynn, and you will grin.
Two pints of Ale, Dale. Well, some of that pale Ale.
Scotch on the rocks, Jocks, you'll be from the socks.

He said it hurts me so to see you that distressed.
There must be something I can do to make you worry less.
I said I appreciate that, now would you please explain about the fifty ways.

He said let’s have a little word just you and me
and I am sure that in a while you'll certainly feel free.
Then he ordered and I began to see ...
50 ways to love your liver,
all the 50 ways to love your liver:

A bottle of wine, Brian. Tequila and salt, Walt.
A shot of Gin, Lynn, and you will grin.
Two pints of Ale, Dale. Well, some of that pale Ale.
Two bottles of Kölsch beer, and you will stay here.

Lyrik: Ralfs Ratte

Kennen Sie das Gedicht „Ottos Mops“? Es wurde 1963 von Ernst Jandl geschrieben und war damals experimentelle Poesie. Heute ist es ein Klassiker des komischen Gedichts und eines der populärsten deutschen Gedichte überhaupt. Es wird im Deutschunterricht verwendet und hat viele Kinder zum Spielen mit Sprache animiert. Aber auch Erwachsene hat „Ottos Mops“ oft inspiriert, zum Beispiel zu „Gittis Hirsch“, „Annas Gans“ und „Gudruns Luchs“ - alle sind über Google zu finden.

Auch ich konnte nicht widerstehen und habe „Ralfs Ratte“ geschrieben. Damit Sie einen Vergleich haben, hier zunächst einmal das Original.

Ottos Mops

Ottos Mops trotzt
Otto: fort, Mops, fort
Ottos Mops hopst fort
Otto: soso

Otto holt Koks
Otto holt Obst
Otto horcht
Otto: Mops, Mops
Otto hofft

Ottos Mops klopft
Otto: komm, Mops, komm
Ottos Mops kommt
Ottos Mops kotzt
Otto: Oh Gott oh Gott

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