Das BlaBla-Meter entlarvt Geschwafel

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21 Juli 2014

Das BlaBla-Meter entlarvt Geschwafel

Posted in Juli 2014

Das leere Geschwätz in vielen Medien hat ihn so genervt, dass Web-Entwickler Bernd W. etwas unternehmen musste.
Also hat er eine Website entwickelt, die Texte auf Worthülsen und heiße Luft überprüft. Unter www.blablameter.de kann man jeden beliebigen deutschen Text eingeben, Mindestlänge 3 bis 5 Sätze, und das Urteil erfolgt sofort.

Für seinen ersten Test hat Bernd W. die Bibel, das FDP-Parteibuch und eine McKinsey-Studie herangezogen. Am meisten Geschwafel enthielt die Studie von McKinsey, die Bibel schnitt am besten ab.

Doch nichts ist ihm so suspekt wie Werbetexte, die oft großartig klingen, aber fast nichts aussagen. Der Entwickler, der selbst Kommunikationswissenschaften studiert hat, war überrascht über die Treffsicherheit seines Tools, das nach gut einem Monat fertig war. 

Aber er räumt auch eine Schwäche ein: Der Inhalt spielt bei der Bewertung keine Rolle. Dies zu programmieren, wäre schwierig bis unmöglich gewesen. Es geht also nur um Stil, besser gesagt, um das Entlarven von aufgeblasenem Stil.

Wie ein Algorithmus das Geschwafel erkennt

Wenn wir beim Lesen eines Textes nun das Gefühl haben, belabert zu werden, können wir diesen Eindruck quasi objektiv bestätigen lassen. Das BlaBla-Meter bewertet Texte mit einer Zahl zwischen Null und Eins, und je näher der Wert an Eins herankommt, desto mehr Geschwafel enthält der Text.

Aber woran erkennt das BlaBla-Meter denn Geschwafel? Wie ermittelt ein Algorithmus schlechten Stil?

Im ersten Schritt wird der Text auf Nominal-Stil geprüft. Texte, die anstelle von Verben oft Substantive verwenden, werden entlarvt (wie z.B. die Erzeugung von Satzgebilden unter auffällig häufiger Verwendung von Substantiven). 
Im zweiten Schritt wird nach 60 "bösen Wörtern" gesucht, "die man immer nutzt, wenn jemanden beeindrucken will", erläutert der Entwickler und nennt als Beispiel 'effizient'. Schließlich wird der Text noch auf überlange Wörter geprüft, Bandwurmworte haben keine Chance.

Natürlich wurde auch dieser Text im BlaBla-Meter getestet und erzielte einen 'Bullshit-Index' von 0,15. Zur Erläuterung hieß es: "Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf Bullshit-Deutsch."

Glück gehabt. Es ist ja eigentlich ein Werbetext für das BlaBla-Meter.