Speak Deutsch

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02 Mai 2013

Speak Deutsch

Posted in 2 / 2013

Viele englische Claims werden in Deutschland entweder gar nicht oder missverstanden

Design Desire, Simply clever, Nonstop you – englische Claims sind auch in Deutschland präsent, doch sie verfehlen oft ihre Wirkung. Englisch klingt zwar für viele Werber moderner und womöglich globaler, aber was bei deutschen Zielgruppen tatsächlich ankommt, ist meist ein Missverständnis.

Die Agentur Endmark untersucht regelmäßig englische Werbetexte und deren Verständlichkeit. Die Ergebnisse sind eindeutig: Deutsch kommt besser an. Die jüngste Studie beschäftigt sich mit Claims von Automarken.

Alle großen deutschen Hersteller verwenden mittlerweile im Heimatmarkt deutsche Slogans. VOLKSWAGEN setzt seinen Spruch Das Auto sogar weltweit ein. 2011 wechselte FORD als letzter in Deutschland ansässiger amerikanischer Hersteller von Feel the Difference zu Eine Idee weiter. Untersucht wurden daher die Slogans von zwölf Importmarken, die von 2012 bis 2013 in der Endverbraucher-Ansprache medienübergreifend eingesetzt wurden.

Der Grad des Verstehens reicht von leichten Übersetzungsfehlern bis zum völligen Missverstehen. So werden die ähnlichen Slogans Simply clever (ŠKODA) und Simply more (FIAT) mehrheitlich im Sinne der Absender verstanden. Drive@earth von MITSUBISHI hingegen wurde von keinem einzigen der über eintausend befragten Personen so verstanden, wie die japanische Marke dies anstrebt.

Die verschiedenen Claims scheitern teilweise an unterschiedlichen Hürden:

Verwirrung durch Symbolik

MITSUBISHI stellt zwar keine wörtlich Übersetzung bereit, erklärt aber in ausführlichen (englischen) Presseinformationen, dass der Slogan Drive@earth gleich zwei Aussagen enthalte: Zum einen „die Verbindung zwischen Autofahren und Umwelt-Themen“ und zum anderen „eine Referenz an die große Vielfalt unserer Erde, die es (weiter) zu entdecken gilt“. Die Mehrheit der Befragten allerdings deutet den Slogan als unvollständige E-Mail-Adresse oder aber als Aufforderung „bodenständig zu fahren“.

Den Nutzer überfordern

Auch nicht viel besser schnitt NISSAN ab. Nur 15% der Befragten konnten mit der Vokabel  to shift umgehen, die offensichtlich von den meisten, die glaubten diesen Claim zu verstehen, nur im Zusammenhang mit der Schaltung (eines Autos) interpretiert wurde.

Nahe dran und doch daneben

Aber auch vermeintlich vertraute englische Wörter können irritieren. Besonders, wenn sie Wörtern der Muttersprache ähneln, z.B. bei RENAULT’s Spruch Drive the Change. Hier verwechselten viele Befragte die Bedeutung des Wortes „Change“ (= „Wechsel“) mit dem in beiden Sprachen existenten Begriff „Chance“. Eine Mehrheit der Befragten (68%) missinterpretierte diesen Spruch somit im Sinne von „Nutze/fahre/ergreife die Chance“.

Kreativität schlägt Verständnis

Ein seltenes Metier der Werbesprache bilden neue Wortschöpfungen. Besonders nachhaltig bleiben Begriffe wie „unkaputtbar“ in Erinnerung, hiermit warb Cola-Cola in den 90er Jahren für die Einführung der PET-Flasche. Findet eine neue Wortschöpfung – wie in diesem Fall – sogar Eingang in die Alltagssprache, kann man sie als gelungen betrachten. Schwierig wird es bei der Kombination von Begriffen in einer Fremdsprache. Die Wortschöpfung ENJOYNEERING (SEAT), eine Mischung aus enjoyment (= Genuss / Vergnügen) und engineering (= Technik/Ingenieurskunst) wird nur von weniger als einem Viertel der Befragten richtig hergeleitet.

Fazit

Am besten schneiden neben FIAT und ŠKODA die Claims von HONDA und PEUGEOT ab, die sich leichter und in Deutschland häufig verwendeter englischer Vokabeln bedienen. Dennoch erstaunlich, dass scheinbar einfache Sprüche wie Motion & Emotion (PEUGEOT) oder The Power of Dreams (HONDA) noch von knapp über 40% der Befragten nicht im Sinne des Absenders verstanden wurden.

Die periodische Claim-Studie von Endmark – seit 2003 häufig auch als „Come-In-And-Find-Out-Studie“ bezeichnet – zeigt immer wieder auf, dass der der Einsatz der englischen Sprache in deutschen Werbebotschaften wohlüberlegt sein sollte.

Quelle: endmark.de